Frequenz 09/10 schallen&schauen
installative Tanzperformance
von tanzApartment c/o huber&christen
installative Tanzperformance
von tanzApartment c/o huber&christen
Premiere 09.September 2010, 20.30h
weitere Vorstellungen 10. | 11. | 12. sowie 16. | 17. | 18. | 19. September 2010, jeweils 20.30
Galerie unter Berlin, Straßburger Str. 53, 10405 Berlin
Frequenz 09|10 ist der Auftakt zur Konzeptreihe Frequenzen sowie die Eröffnung der Galerie unter Berlin. Frequenz 09|10 schafft als eine begehbare, installative Tanzperformance auf über 3500m² einen künstlerischen Kontext eine Plattform zwischen hörender und nicht-hörender Welt. 10 internationale Tänzer, drei gehörlose Darsteller und drei Live-Musiker loten in den labyrinthartigen Gängen und Räumen der Galerie die Grenzen und Möglichkeiten von Sprache und Kommunikation aus. Einzelne Codes, Schrift- und Gebärdenzeichen werden in andersartige, lesbare Kunstformen und Zusammenhänge gerückt. Dabei erstreckt sich für das Publikum ein Labyrinth der Zeichen, das nach und nach entziffert werden kann. Über das Prinzip der stetigen Transformation werden Lieder und Gedichte, die biographisch mit den Tänzern verknüpft sind, aus ihrer Muttersprache, in das Englische, in das Deutsche und wiederum in Gebärdensprache übersetzt. Aus der Gebärdensprache werden Tanzsequenzen generiert, musikalische Motive der Ausgangslieder wiederum weiter variiert, Schriftbilder, auch koreanische und japanische Schriftzeichen, sichtbar und Tanz durch Abnahme durch Funkmikrophone als Schall hörbar gemacht. Eine Verkettung der Sequenzen von Bewegung, Bild und Schall entsteht. Ein Aufeinanderprallen von codierter und abstrakter Bewegungssprache, eine Gegenüberstellung von Tanz,- Musik,- und Gebärdensprache.
„In Frequenz 09/10 entsteht ein weiter Raum der Kommunikation, in dem sich unterschiedliche Sprachen, Ausdrucksformen, Menschen begegnend zeigen und dadurch, dass sie sich v.a. zeigen, ein Sprachmaterial schaffen, welches sich dem banalen Verstehen von Sprachproduzent und – rezipient entzieht. Im Labyrinth der Gänge und Räume verlieren und finden sich Menschen. Betrachter und Darstellende gleichermaßen. Körper und Schatten, unmittelbar Lebendiges und lebende Projektion huschen umher, sprechen die
Sinne tief verwirrend zu- und miteinander. Reibung, Berührung, Sehnsüchte, Missver-ständnisse und Neugier füreinander erhalten, gerade weil Sprache hier den Grenzgang jenseits der Wortsemantik geht, einen Raum. Hier büßt die gewaltige, brüllende Wortbedeu-tung ihre Machtposition ein und subtile, mitgeflüsterte, feinstoffliche Sprachsubstanzen, die an ihr stets haften, erhalten Sichtbarkeit. Die rationale Verstehenssucht wird nicht bedient, stattdessen tanzt, spricht, gebärdet sich Sprache frei. Und auch das betrachtende Auge ist dazu aufgefordert, Sprache als bildhaftes Ereignis wahrzunehmen und in sie befreit hinein-zuschauen!“ Ein Eindruck von Anna Schreibweis







