lost in spaces

17.09.2021 + 22.09.2021
Berliner Festspiele | Kunst- und Kulturquartier Schiffbauergasse

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Das mediale Tanzstück „lost in spaces“ ist Preisträger beim Tanztreffen der Jugend der Berliner Festspiele.

Das Stück thematisiert die Auswirkungen des Lockdowns in Zeiten von Covid-19 und die damit verbundenen sozialen Einschränkungen der Distanz. Treffen sind nicht mehr möglich, das soziale Leben läuft digital ab. Zoomkonferenzen bilden zwar Fenster zur Außenwelt, erdrücken und stressen aber auch. Echte Begegnungen und Berührungen außerhalb der Familie sind nur ferne Erinnerungen. Ein Miteinander im realen Raum ist selten und wenn nur mit Maske und Abstand erlaubt. Als Folge entstehen digitale Vereinsamung und eine Leere, ein sich Verlieren im digitalen Raum, in einer irrealen Zwischensphäre. Dabei skizziert das Stück eine Momentaufnahme, der das Zwischenmenschliche abhandengekommen ist. Angelegt als ein Tanzstück über Soziale Medien im Herbst 2020 wurde „lost in spaces“ aufgrund des Lockdowns II gemeinsam neu konzipiert.
Mehr Infos zum Tanztreffen der Jugend findet ihr hier

Termine
Freitag,    17.9.2021 | 19:00 Uhr
Mittwoch, 22.0.2021 | 20.30 Uhr

Internationales Kunst- und Kulturquartier Schiffbauergasse
Schiffbauergasse 10, 14467 Potsdam
www.fabrikpotsdam.de

Der gesamte Spielplan findet ihr hier

Von und mit
Lili Grossmann, Soley Huber, Carlotta Pfeiffer, Clara Strobel

Künstlerische Leitung & Video
Vanessa Huber

Musik
Lorenz Huber

Eine Produktion von JugendtanzApartment
In Kooperation mit Jugendkulturzentrum Königstadt und Theaterhaus Berlin-Mitte
unterstützt vom Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung


Zur Auswahl am Tanztreffen der Jugend | Text von Jurymitglied Felix Berner

Langsam tauchen aus der Dunkelheit Bewegungen einer einsamen Tänzerin auf. Ihr einziger Bezugspunkt scheint eine gleißende Lichtquelle zu sein, die über ihr thront. In der Fokussierung auf dieses Licht nimmt sie immer wieder neue Posen ein. Es scheint, als würden Haltungen ausprobiert, die, kaum etabliert, schon wieder in sich zusammenfallen. Langsam kommen weitere Tänzer*innen hinzu, doch auch sie sind jeweils nur auf eine eigene Lichtquelle fixiert. Eine Verbindung der Tänzer*innen untereinander entsteht nicht. So beginnt das Stück „lost in spaces“ und öffnet den Zuschauer*innen direkt vielfältige Assoziationsräume. Das Ensemble hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Auswirkungen des Lockdowns während der Corona-Pandemie in ein Tanzstück zu übersetzen. Dies ist in beeindruckender Weise gelungen. Das Stück kreiert viele Momente, die schmerzhaft an die Zeit der sozialen Isolation und der Zwangsverlagerung des eigenen Lebens in digitale Räume erinnern. Bedrückende Bilder der Einsamkeit, in denen reale Körper mit digitalen Projektionen verschwimmen, führen über den Verlauf des Stückes auch bei den Zuschauer*innen zu einem Gefühl der Verlorenheit. Geschickt wird mit Wiederholungen, Dopplungen und Verschiebung von Bewegungsmaterial gearbeitet. Eine gelungene räumliche Komposition verbindet sich dabei inhaltlich sehr stimmig mit der Videoebene. Ein intensives, wichtiges und bedrückendes Theatererlebnis.